Seminar Kunstgeschichte: Louise Bourgeois
„Wenige Bildhauer haben Werke geschaffen, deren psychische Aspekte die physische Intensität von Bourgeois haben... Wir brauchen das – ihren skeptischen Humanismus, ihr listiges Lächeln.“ So hiess es zu ihrem 90. Geburtstag im Jahr 2001. Jetzt ist sie mit 98 Jahren gestorben.
Ich war dabei, als in Bern Mitte der 80er Jahren eine der ersten Bourgeois-Ausstellungen in Europa stattfand. Völlig fasziniert ging ich durch die Gruppe schmaler, fragiler Holzskulpturen, die meine Grösse hatten. Es waren Objekte und zugleich Menschen - „Objet-Personnages“. So abstrakt sie waren, es ging doch eine merkwürdig sinnliche und zugleich psychische Berührung von ihnen aus.
Seitdem gab es Ausstellungen von ihr in Zürich, Bregenz, London, Berlin, Bielefeld, Paris.
Spät wurde Bourgeois anerkannt, dann aber um so nachhaltiger. Zu ihrem 70. Geburtstag kam der Durchbruch mit der Ausstellung im Museum of Modern Art in New York 1982. Bis dahin arbeitete die Französin weitgehend unbekannt, wenn auch im Austausch mit der aktuellen New Yorker Kunstszene.
Bourgeois, vom französischen Existentialismus und Rationalismus geprägt, geht mit geradezu existentialistischem Ernst den Spuren ihrer Kindheit nach, wobei sie sich fragt „Was für eine Form hat mein Problem?“ Abschliessend stellt sie fest „Ich war in der Hölle und wieder zurück. Und ich kann Ihnen sagen, es war wundervoll.“
Kurse:
| 13. - 15. 05. 2011 |
Louise BourgeoisDr. Hanna Gagel |
250,00 CHF
166,00 EUR |